Here is there (UA)

Die Dresden Frankfurt Dance Company präsentiert zwei neue Werke von Ioannis Mandafounis und Thomas Bradley
Schauspielhaus
Premiere 04. Juni 2026
ca. 1 Stunde 45 Minuten inklusive Pause

Termine

https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Do. 04.06.2026
20.00–21.45
anschl. Premierenfeier
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Fr. 05.06.2026
20.00–21.45
anschl. Publikumsgespräch
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Sa. 06.06.2026
20.00–21.45
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
So. 07.06.2026
18.00–19.45
TEAM
BESETZUNG
Sophie Borney, Thomas Bradley, Lander Casier, Emanuele Co', Audrey Desmurs, Nastia Ivanova, Marina Kladi, Yan Leiva, Liam Meier, Antonin Mélon, Emanuele Piras, Solène Schnüriger, Ichiro Sugae, Simon Voitoux Puigrenier, Jin Young Won, Ashley Alexandra Wright, Sam Young-Wright (Ensemble der DFDC)
Philipp Danzeisen (Schlagzeug)
INHALT
Im Doppelabend »Here Is There« gibt Ioannis Mandafounis, Künstlerischer Direktor der Dresden Frankfurt Dance Company, erstmals einem Ensemblemitglied als Choreograf eine eigene Bühne. Thomas Bradley gehört seit 2023 zur DFDC. Für sein neues Werk verbindet er sein choreografisches System mit seinem unverwechselbaren Stil als Kostümbildner und arbeitet mit skulpturalen, den Körper verändernden Kostümen. Mandafounis widmet sich der Spannung zwischen dem Wunsch nach Transformation und der Trägheit der physischen Realität. Beide Choreografen manipulieren den Raum, um Bewegung entstehen zu lassen. Zugleich bewegen sie sich an der Grenze zwischen Geräusch und Musik: bei Bradley zwischen den Tönen, wenn ein Elektrogerät zerlegt wird, und einer Solo-Sonate für Trompete von HK Gruber, bei Mandafounis zwischen den Sounds von Objekten, auf die die Tänzer:innen einschlagen, und der Live-Musik eines Schlagzeugers.

SEVERAL RHYTHMS SORT THOUGHTFULLY
von Thomas Bradley
Wenn man etwas genau betrachtet, kann man auch in scheinbar zufälligen Handlungen Muster erkennen. Wenn man lang genug schaut, sieht man, wie sie sich verändern. Thomas Bradley lädt mit seiner ersten Arbeit für die DFDC zu einer solchen Betrachtung ein. Er versteht Choreografie als soziales System, einem Spiel ähnlich. Durch dauerhafte Aufmerksamkeit entsteht eine aufgeladene Atmosphäre, in der Regeln und Bedingungen die Entscheidungen der Tänzer:innen in den Fokus rücken. Alle haben ihre eigenen Strategien, aber durch ihr gemeinsames Ziel bleiben ihre Beziehungen bestehen. Auch die Kostüme beeinflussen das Geschehen in entscheidender Weise. In einem mit Bedacht strukturierten Raum trifft die Choreografie auf zwei weitere akustische Elemente: die klanglichen Spuren der Zerlegung eines Elektrogeräts und eine Solo-Sonate für Trompete von HK Gruber.


THIS BEAUTIFUL MESSY THING
von Ioannis Mandafounis
In großer Enge sehnt man sich nach Weite, im Tohuwabohu nach Reduktion und Klarheit. Oft enthält etwas sein eigenes Gegenteil. Die Bilder und Situationen in »This Beautiful Messy Thing« sind von solchen Spannungen geprägt. Wo führt der Drang nach Veränderung hin? Vielleicht kann man die Kontraste selbst genießen, anstatt auf einen Moment zu hoffen, in dem alle Wünsche erfüllt sind. Beim Tanzen kann man mit den Grenzen der Situation spielen, anstatt von ihnen gebremst zu werden. Gegenstände, die als Baustoffe einer Szenerie dienen könnten, verweigern hier eine solche nützliche Ordnung und behaupten stattdessen als lärmende Objektchoreografie ihr Eigenleben. Da fliegt wohl einiges durch die Luft. In den Händen des Schlagzeugers Philipp Danzeisen vermischen sich Samples der verschiedenen Geräusche mit den Sounds der Trommeln. Die lebendige, organische Körperlichkeit der Tänzer:innen, eingegrenzt und gehalten durch das Bühnenbild, ganz nah am Publikum oder vereinzelt im Raum, wirkt so verletzlich wie kraftvoll. Es ist ein Stück von Mandafounis, nur noch lauter – und leiser.
Tänzer: Simon Voitoux Puigrenier
Assemblage: Eike Dingler mit Foto von Stephan Floss